Santa Maria della Salute

von Thomas Stiegler

Es gibt zwei Arten, die Welt zu betrachten (und natürlich unzählige Zwischenstufen): Entweder man nimmt einen breiten Pinsel und versucht, möglichst viel von der Welt zu sehen und kennenzulernen – oder man geht ins Detail und macht sich einen kleinen Teil der Welt wirklich zu eigen. Ich versuche meistens zweiteres und daher bleiben wir mit unseren Beiträgen noch ein wenig im Stadtteil »Dorsoduro« in Venedig.

Sicher eines der beliebtesten Fotomotive dieser Stadt ist die barocke Kirche »Santa Maria della Salute«, die hier im Sestiere Dorsoduro direkt an der Einfahrt zum Canal Grande liegt. Sie ist eine der beiden Votivkirchen der Stadt und verdankt ihrer Gründung der großen Pestepidemie des frühen 17. Jahrhunderts, bei der die Stadt rund ein Drittel ihrer Bevölkerung verlor. Am 22. Okt gelobte daher der Doge Nicolò Contarini, der Jungfrau Maria eine Kirche zu spenden, wenn sie der Stadt helfen würde, die Epidemie zu überwinden.

Der Senat plante ursprünglich, den Bau der Kirche einem römischen Architekten zu übergeben, aber aus dem ausgeschriebenen Wettbewerb ging der Venezianer Baldassare Longhena als Sieger hervor. Dieser sollte mit Unterbrechungen fast sein ganzes Leben an der Errichtung der Kirche arbeiten, die erst 1687 (und damit fünf Jahre nach seinem Tod) geweiht werden konnte.

Die Außenansicht der Kirche ist beeindruckend: Über einem achtseitigen Grundriss erheben sich zwei Kuppeln und zwei Campanili (freistehende Glockentürme) aus weißem Kalkstein. Die Türme sind mit vielen verzierten Details versehen und bilden einen beeindruckenden Kontrast zum blauen Himmel über Venedig. Die Kuppeln (die größere hat einen Durchmesser von 22 Metern) sind mit goldenen Mosaiken verziert, die in der Sonne ein wunderschönes Lichtspiel erzeugen. Sie bilden verschiedene Szenen aus dem Leben Jesu und der Jungfrau Maria ab und schaffen so eine einzigartige Atmosphäre.

Santa Maria della Salute; © olgacov

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