Porta San Paolo

von Thomas Stiegler

Die »Porta San Paolo« ist eines der 18 Stadttore, die einst Teil der unter Kaiser Aurelian (270–275) begonnenen und unter Kaiser Probus (276–282) fertiggestellten Aurelianischen Mauer waren. In der Antike war sie unter dem Namen »Porta Ostiensis« bekannt, da sie der Ausgangspunkt der Via Ostiensis bildete, eine der meistbenutzen Straßen Roms, die nach Ostia führte, der ursprünglichen Hafenstadt des antiken Rom. Doch bereits im 6. Jahrhundert wurde sie umbenannt – da der Hafen von Ostia an Bedeutung verlor, sank auch die Bedeutung des Tores, bis sie im Zuge der Christianisierung wieder neue Wichtigkeit erlangte, da sie nun den Ausgang der Stadt zur »Basilika Sankt Paul« (eine der Papstbasiliken von Rom) vor den Mauern bildete.

Porta San Paolo, © borisb17

Ursprünglich bestand das Tor aus zwei bogenförmigen Durchgängen, die von zwei halbkreisförmigen Türmen flankiert wurden. Doch unter Kaiser Flavius Honorius (395-423) wurde zum Zwecke einer stärkeren Verteidigung der äußere Torbereich abgerissen, und durch eine Mauer mit nur einem Durchgang ersetzt. Über dem Tor wurde eine Geschützkammer mit sechs Bogenfenstern errichtet und auch die beiden Türme wurden in der Höhe aufgestockt und mit Zinnen und Fenstern versehen.
Trotzdem sollte es im Jahr 549 n.Chr. einem Heer der Ostgoten unter ihrem König Totila (auch bekannt unter dem Namen Baduila) gelingen, über genau dieses Tor in die Stadt einzudringen (wobei wahrscheinlich Verrat der Garnison im Spiel war).

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Vom 5. Jahrhundert an bis weit in 15. Jahrhundert hinein sollte das Stadttor jährlich an Privatpersonen versteigert werden, die durch die einzuhebende Maut einen angemessenen Gewinn erzielen konnten. Im späten 19. Jahrhundert schließlich wurde die Porta San Paolo zu einem wichtigen Symbol für die Unabhängigkeit Italiens, denn im Jahr 1870 marschierten italienische Truppen unter Viktor Emanuel II. durch das Tor und eroberten Rom, das am 26. Januar 1871 feierlich zur Hauptstadt erklärt wurde.

Porta San Paolo und Pyramide des Caius Cestius , © scaliger

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