Die Regensburger Altstadt

 

 

von Christian Schaller

Die Regensburger Altstadt – ein UNESCO-Weltkulturerbe

Die Regensburger Altstadt wurde im Jahr 2006 als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen. Wer durch die mittelalterlichen Gassen schlendert und dabei den beeindruckenden Dom oder die monumentale Steinerne Brücke über die Donau betrachtet, dem erscheint diese Verleihung auch mehr als angebracht.

Doch die Altstadt wurde nicht nur aufgrund ihrer Schönheit oder ihres einheitlichen, gut erhaltenen Siedlungsbildes in die UNESCO-Liste aufgenommen. Die Donaumetropole besitzt nämlich eine geradezu herausragende Bedeutung für die deutsche und europäische Geschichte. Im hohen Mittelalter, also zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert, war Regensburg ein strahlendes Zentrum der Wirtschaft und damit auch der Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik. Die Reichsstadt lag an zahlreichen Straßenkreuzungen inmitten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und war ein florierender Hafen an der Donau.

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Mit dem 14. Jahrhundert begann ein schleichender Niedergang der Bedeutung und des Reichtums. Was für die Zeitgenossen sicherlich alles andere als schön war, ist für den Kunstliebhaber von heute ein Gewinn: Denn nur dadurch stagnierte auch die Bautätigkeit und die Altstadt mit ihren romanischen und gotischen Bürgerhäusern, Kirchen und anderen Bauten blieb in weiten Teilen bis in die Gegenwart erhalten. Die alte Bedeutung Regensburgs wurde dann während der Barockzeit erneut gewürdigt, indem nach dem Dreißigjährigen Krieg die Institution des Reichstages, eine Art Vorläufer oder Prototyp eines deutschen Parlaments, in der Stadt an der Donau „sesshaft“ wurde. Von 1663 bis zum Ende des Alten Reichs im Jahr 1803/1806 tagte der Immerwährende Reichstag fest in Regensburg und machte die ehrwürdige Metropole abermals zu einem europäischen Zentrum der Politik und Diplomatie. Die Anwesenheit hochrangiger Adliger und Gesandtschaften entfaltete auch ein prachtvolles, barockes Kulturleben.

© ChristianSchaller

Das Besondere an Regensburg ist die zweitausendjährige Kontinuität: Seit der Römerzeit siedelten die Regensburger an derselben Stelle. Sie renovierten, erweiterten oder ergänzten. Auf engstem Raum lassen sich antikes Erbe, mittelalterliche und frühneuzeitliche Bausubstanz, aber eben auch moderne Hinterlassenschaften der letzten zweihundert Jahre finden. Von den Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges blieb die Altstadt weitgehend verschont – in Deutschland sicherlich eine Seltenheit.

Insgesamt gehören über 960 Denkmäler auf etwa 1,8 Quadratkilometer zu der Schutzzone. Zur Welterbe-Zone gehört nicht nur die Altstadt am südlichen Donauufer, sondern auch der Vorort Stadtamhof, der über die Steinerne Brücke mit der Kernstadt verbunden ist. In früheren Zeiten befand sich hier bereits das Ausland, denn die Siedlung gehörte zu Bayern, während Regensburg als Reichsstadt ein souveräner Stadtstaat war.

Verwendete Literatur

 

Edith Feistner (Hrsg.): Die Steinerne Brücke in Regensburg (= Forum Mittelalter. Band 1). Regensburg 2005

 

 

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