Die Mozarts und das Leopold-Mozart-Haus

 

von Christian Schaller

Die Mozarts und das Leopold-Mozart-Haus

von Christian Schaller

Der weltberühmte Komponist Wolfgang Amadeus Mozart war zwar ein Salzburger, seine Familie stammte jedoch ursprünglich aus dem östlichen Schwaben. Diese Region zwischen Lech, Donau und Algäu nennt sich heute „Schwäbischer Mozartwinkel“. Der Vater des berühmten Mozarts lebte allerdings in Augsburg. Dorthin war ein Zweig der Mozarts bereits vor Generationen gezogen. Die Familienmitglieder sind als Maurer und Baumeister, Bildhauer und Buchbinder überliefert. Leopold, der spätere Vater von Wolfang Amadeus Mozart, wurde 1719 in der alten Reichsstadt geboren wurde. Die eigentliche Glanzzeit der Metropole war zwar schon vorbei, aber sie galt noch immer als Zentrum der Künste und Gelehrsamkeit.

In diesem fruchtbaren Umfeld besuchte er als Junge das Jesuitenkolleg St. Salvator, nur einen Katzensprung von seinem Elternhaus entfernt. Dieses Gebäude beherbergt heute unter dem Namen Leopold-Mozart-Haus ein Museum, das sich Leopold, aber auch seiner Familie und seinem Sohn widmet. Neben zahlreichen originalen Objekten und Dokumenten sticht vor allem der erhaltene Hammerflügel hervor. Er wurde vom Augsburger Johann Andreas Stein, einem der fähigsten Instrumentenbauer seiner Zeit, geschaffen und sowohl Leopold als auch sein Sohn Wolfang Amadeus spielten darauf. Leopold ist nicht nur wegen seiner eigenen musischen Leistungen und Kompositionen, der erfolgreichen Erziehung und auch europaweiten Vermarktung seiner Kinder und seines ehrgeizigen Aufstiegs in der Salzburger Kulturwelt eine interessante Persönlichkeit.

Foto privat

Mit seinem 1756 verfassten Werk „Versuch einer gründlichen Violinschule“ schuf er ein prägendes Werk der Barockzeit, das in der Folge als Schulwerk für den Violinunterricht verwendet wurde. Die Didaktik des Geigenspiels wurde vorbildhaft systematisch aufgearbeitet. Leopold Mozart verließ Augsburg schon als junger Mann und wirkte den Großteil seines Lebens im Erzstift Salzburg, wo er auch seinen Sohn zeugte und aufzog. Wolfgang Amadeus war sich seiner Herkunft jedoch durchaus bewusst und besuchte Augsburg insgesamt fünf Mal zwischen 1763 und 1790. Hier besuchte er Verwandte, trat aber auch als bekannter Musiker auf. Unter anderem ging er dort wohl auch seine erste Liebesbeziehung mit dem „Bäsle“ ein. Spätere Briefe zwischen den beiden sind bis heute aufgrund ihrer Anstößigkeit berühmt.

 

Literatur

 

– Gottlieb, Gunther / u.a. (Hg.): Geschichte der Stadt Augsburg. Von der Römerzeit bis zur Gegenwart. Stuttgart 1984.

– Hagen, Bernt von / Wegener-Hüssen, Angelika: Stadt Augsburg. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler in Bayern, Bd. VII.83). München 1994.

– Pittroff, Florian: Mozart in Augsburg. Augsburg 2006.

– Schülke, Yvonne (Hg.): artguide Augsburg. Kunst-, Kultur- und Stadtführer. Augsburg 2008.

 

Wollen Sie immer über die neuesten Aktivitäten beim Leiermann informiert werden?

Der Leiermann wird zu 100% privat getragen, organisiert und voran gebracht. Mit Ihrer Unterstützung könnten wir noch mehr schaffen.

 

Der Leiermann-Kulturblog zu Kunst, Musik und vielem mehr

Die Leiermann-Stadtschreiber

Der Leiermann Buchverlag

Kalender-geschichten

365 +1 fesselnde Einblicke in unsere Kulturgeschichte

Ein inspirierender Begleiter für jeden Tag – entdecken Sie Geschichte, Musik, Literatur, Kunst und mehr. Ein zeitloser Kalender, der unterhält und überrascht. Ein Buch für alle, die die Vielfalt unserer Kultur schätzen.
Zum Buch
close-link

Pin It on Pinterest

Share This