Der Park Güell in Barcelona

 

 

von Christian Schaller

Auch der wohl berühmteste Park in Barcelona ist – es verwundert uns nicht – ein Werk des Architekten Antoni Gaudí. Er entwarf die Anlage zwischen 1900 und 1914 für den katalanischen Grafen Eusebi Güell, der in Barcelona politisch und mäzenatisch auftrat. Auf über 17 Hektar – bis heute einer der größten Parks Barcelona – verwirklichte Gaudí hier seine Vorstellungen des sogenannten Modernisme, einer Art katalanischen Erneuerungsbewegung. Der Auftraggeber, ein steinreicher Industrieller, war ein großer Fan von englischen Gärten, was sich letztendlich auch in den eindrucksvollen Gartenanlagen niederschlagen sollte. Gleichzeitig sollten zahlreiche Gebäude entstehen, die den Ort zu einer mondänen Gartenstadt machen sollten.

Gaudí projektierte ein preiswertes und auch der Umwelt angemessenes Bauen. Die vorhandene Landschaft sollte respektiert werden. Die natürliche Hanglage wurde nicht durch großangelegte Erdbewegungen verändert, sondern vielmehr miteinbezogen. Die natürlichen Hügel wurden lediglich durch Terrassen und Stützmauern gegliedert. Am Ende ergab sich dadurch ein organisches Ensemble, das Gaudí zusätzlich noch durch die Verwendung von – seiner Meinung nach – organischen Bauformen, Kubaturen und Ornamenten betonte. Für die Mosaike verwendete er etwa auch die Abfallstücke, die eine benachbarte Keramikmanufaktur produzierte.

© Christian Schaller

© Christian Schaller

 

Das ursprüngliche Vorhaben scheiterte dennoch grandios: Von den über 60 Villen, die in dieser großangelegten Gartenstadt entstehen sollten, wurden aus Geldmangel nur drei ausgeführt: die Wohnhäuser von Güell, heute ein Schulgebäude, das Wohnhaus von Gaudí, heute ein Museum, sowie das Wohnhaus für einen befreundeten Architekten, das auch gegenwärtig noch privat bewohnt wird. Die Bauweise war trotz der anfangs formulierten Ansprüche sehr preisintensiv, da sie viel Wert auf individuelle Handarbeit legte. Den Eingang zum Gelände bilden zwei Pförtnerhäuschen, deren „Zuckergussdächer“ ein beliebtes Fotomotiv sind. Dahinter führt eine Freitreppe den Hügel hinauf. Der ovale Platz, der sich an ihrem Ende öffnet, wird für Kulturevents genutzt. Von hier aus führen zahlreiche Wege durch die idyllischen Hügel den Berg hinauf. Der Park Güell ist heute eine der meistbesuchten Attraktionen Barcelonas.

Literatur
  • Zimmermann, Robert: The best of Gaudí. Barcelona 2002, S. 28-43.

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