Der kürzeste Fluss der Welt

 

von Anja Weinberger

In dem kleinen Gardasee-Uferstädtchen Cassone freut man sich über diese Sehenswürdigkeit.

(alle Fotos privat)

Der Fluss Aril, der im alltäglichen Sprachgerauch auch Ri oder Rè genannt wird, entspringt in der Mitte des Dorfes Cassone. 175 Meter ist er lang.

 

 

Dieses Örtchen liegt nur wenige Kilometer südlich von Malcesine und besteht aus einer romantisch verwinkelten Häusergruppe, die sich um die alte und neuere Kirche des Dorfes schart und einem sehr hübschen Hafen. Hier schaukeln bunte Boote, und über das Hafenbecken wacht der mittelalterliche Hafenkran „La Toresela“.

 

 

Cassone liegt an den Hängen des Monte Baldo und wird vom Fremdenverkehr nicht so stark frequentiert wie manch andere Nachbardörfer.

Der Avril zeigt sich als starke Quelle, tiefgrün und breit. Er ergießt sich in ein großes, gemauertes Becken und hat schon nach etwas mehr als hundert Metern den Gardasee erreicht.

Die Bewohner des Ortes nutzten zwischen 1889 und 1913 die Kraft des lebhaften Flusses zur Elektrizitätserzeugung, unter anderem auch, um zwei Mühlen zu betreiben.

Auf seinem kurzen Lauf wird der Avril von drei Brücken überspannt, und es gelingt ihm auf diesen wenigen Metern sogar, einen Wasserfall zu bilden.

Im Museo del Lago am Hafen kann man sich bei freiem Eintritt und in liebevoll ausgestatteten Räumen über die Tradition, Kultur und v. a. Fischerei am See informieren.

Vor Cassone liegt die unbewohnte Insel Trimelone, die kleine, aber doch drittgrößte Insel des Gardasees. Von der mittelalterlichen Burg dort stehen nur noch Ruinen, und da die Insel nicht betreten werden darf, ist sie ein Vogelparadies.

Auch Kunst ist hier entstanden.

Im Jahr 1913 hat Gustav Klimt bei einem Besuch des Gardasees mit seiner Muse Emilie Flöge den stimmungsvollen Ort Cassone mit den Häusern, Kirchen und Olivenbäumen gemalt. Leider ersteigerte kein Museum, sondern ein Privatmann 2010 das Gemälde bei Sotherby’s für knapp über 30 Millionen Euro, so dass es nicht öffentlich ausgestellt ist. Kirche in Cassone – Landschaft mit Zypressen ist somit das drittteuerste Gemälde Klimts.

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Am Hafenbecken steht die Bronze „Die Badende“ der katalanischen Bildhauerin Luisa Granero Sierra (1924-2012). Die Figur wurde 1987 aufgestellt.

Hier in Cassone kann man  – besser als anderswo am See – den Charme der Gegend, die Verschmelzung von Berg und See, die Gelassenheit der Menschen und den Zauber wahrnehmen, den der Gardaee in den vergangenen Jahrhunderten auf die Menschen weiter nördlich in Europa ausgeübt hat.

 

PS. Übrigens hat sich unterdessen der Fluss Reprua im Kaukasus um die Auszeichnung als kürzester Fluss beworben.

 

 

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