Das Berliner Reichstagsgebäude

von Christian Schaller

Das Berliner Reichstags-gebäude

von Christian Schaller

Ein wechselhaftes Symbol der deutschen Geschichte und Sitz des Deutschen Bundestages

Zwischen der Spree und dem Brandenburger Tor erhebt sich ein ehrwürdiges, palastartiges Gebäude, das heute nicht nur als eine Hauptsehenswürdigkeit Berlins gilt, sondern zugleich auch eines der bedeutendsten Bauwerke der deutschen Geschichte mit einer enormen Symbolkraft darstellt. Das Reichstagsgebäude, kurz als Reichstag bekannt, ist heute der Sitz des Deutschen Bundestages.

Der mächtige Repräsentationsbau wurde von 1884 bis 1894 durch den Architekten Paul Wallot erbaut. Er wählte den Stil der Neorenaissance: Mächtige Säulen gliedern die steingrauen, von großen Fenstern unterbrochenen Fassaden. Während des Deutschen Kaiserreiches und der Weimarer Republik war das Gebäude der Sitz des Reichstages, also des damaligen Parlamentes.

Ende Januar 1933 wurde der Parlamentssitz dann zum Schauplatz eines verheerenden Brandes, den die aufstrebenden Nationalsozialisten ausnutzten, um gegen ihre politischen Feinde vorzugehen und ihre Diktatur aufzubauen. Eine Verordnung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg ermöglichte in der Folge die Aushebelung der Grundrechte. Die NSDAP konnte nun endlich ihre Gegner legal verfolgen lassen und inhaftieren. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Reichstagsgebäude noch weiter zerstört. In der Schlacht um Berlin galt der Bau für die Rote Armee als ein Symbol des nationalsozialistischen Regimes.

© Christian Schaller

Über zehn Jahre später, 1955, wurde die völlige Rekonstruktion des Gebäudes durch den Bundestag beschlossen, wenngleich die Nutzung in der damaligen Zeit aufgrund der Teilung Deutschlands mehr als ungewiss war. Der ausführende Architekt Paul Baumgarten stellte die zerstörte und abgetragene, zentrale Kuppel nicht mehr wieder her und reduzierte auch zahlreiche Schmuckelemente. Neue Zwischengeschosse wurden integriert und auch die historische Raumaufteilung wurde komplett abgeändert.

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Bis 1990 lag der Reichstag direkt an der Berliner Mauer. Das Innere wurde als Museum über den Bundestag genutzt. Erst nach der Wende kehrte wieder wirkliches Leben ein: Bereits 1990 fand die erste Sitzung des Deutschen Bundestages des wiedervereinigten Deutschlands hier statt.

Nach einer langen Planungsphase, die bis in die 1970er Jahre zurückreichte, wurde der Reichstag im Jahre 1995 auch vollständig verhüllt. Im Rahmen des Kunstprojektes „Wrapped Reichstag“ bedeckten das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude das riesige Gebäude komplett mit einem besonderen Polypropylengewebe. Der Reichstag wurde damit in kürzester Zeit zu einem der bekanntesten zeitgenössischen Kunstwerk. Eine der damit verbundenen Interpretationen verwies auf das progressive Denken, das nun im vereinten Deutschland nach der Wende möglich war.

Im Jahr 1999 wurde die berühmte, begehbare Glaskuppel des Reichstages fertiggestellt. Sie wurde bewusst ohne Anlehnung an das historische Vorbild gestaltet und sollte die Transparenz der Demokratie hervorheben. Sie ist 24 Meter hoch, etwa 40 Meter breit und gilt als eine der touristischen Hauptattraktionen Berlins.

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Michael S. Cullen: Der Reichstag – Symbol deutscher Geschichte. Berlin 2014.

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