Berner Namensgeschichte(n)

 

 

 

von Miriam Strieder

Berner Namens-geschichte(n)

 

 

 

von Miriam Strieder

Auch im Regen ist Bern einfach schön – gerade mit der Herbstfärbung gibt das tolle Fotos. Der Name der Hauptstadt der Schweiz ist eine ergiebige Spielwiese für Namenskundler: Kommt es von einer Taberna, die am Übergang über die Aare gelegen haben soll, dem keltisch-römischen Brenodor oder vielleicht doch dem italienischen Verona? Letzteres ist, wie Bern, eine Stadt der Zähringer, des Geschlechts, das die Stadt 1191 gründete. Und das sorgt bei Studierenden der mittelalterlichen Literatur regelmäßig für Verwirrung, wenn es um Dietrich von Bern geht, der aber schon seit dem 9. Jahrhundert, nämlich im Hildebrandslied, durch die Heldenepik geistert als glückloser Eroberer – viele hundert Jahre vor der Stadtgründung an der Aare; also müsste unser Held eigentlich Dietrich von Verona heißen.

Wenn man durch Bern streift, trifft man überall auf niedliche und weniger niedliche Bären 🐻 – die wollen auch noch eine Rolle spielen bei der Stadtgründung und Namensgebung. Angeblich soll Herzog Berchtold die Stadt nach dem ersten bei einer Jagd erlegten Tier auf dem heutigen Stadtgebiet benannt haben – das war zum Glück ein beeindruckender Bär und kein Hase oder ein anderes, weniger imposantes Tier. Bären stehen im Mittelalter für Mut, Stärke, Kampfkraft – sie sind angemessene Gegner für Helden wie Siegfried im Nibelungenlied, und der altenglische Beowulf (=Bienenwolf=Bär) ist sogar nach Meister Petz benannt. Name und daraus entstandenes Wappen der Stadt senden damit ein eindeutiges Signal in unruhigen mittelalterlichen Zeiten: Legt euch besser nicht mit uns an! So sieht dann auch die weniger niedliche Variante auf dem Stadtwappen aus. Heute sind Bären aber zum Glück auch kuschelig genug, um die Touristen zum Souvenirkauf der flauschigen Kuscheltiere zu animieren …

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