Antoni Gaudí in Barcelona

von Christian Schaller

Neben den weltberühmten, noch immer nicht vollendeten Türmen der Sagrada Familia oder auch dem malerischen Park Güell befinden sich natürlich noch zahlreiche weitere Bauten des berühmten katalanischen Architekten Antoni Gaudí in seiner geliebten Heimatstadt Barcelona.

 

Um 1900 prägte er wie kein anderer die geschichtsträchtige Hafenstadt. Bis heute stellen seine innovativen Gebäude mit ihren kreativen Fassaden beliebte Fotomotive dar, an denen kein Besucher vorbeikommt.

Palau Güell – der Palast im Armenviertel

Der wohlhabende Industrielle Eusebi Güell ließ von Gaudí nicht nur den nach ihm benannten Park Güell gestalten, sondern auch sein Wohnhaus. Eusebis Eltern wohnten damals im Armenviertel El Raval und er wollte seine neue Residenz in unmittelbarer Nähe haben. So entstand ein geradezu wehrhafter Palast, durch dessen Tore man im Erdgeschoss hineinfahren konnte, um möglichst wenig Kontakt mit der armen Bevölkerung zu haben. An der Rückseite des Palau entstand ein oberirdischer Tunnel, der zum benachbarten Elternhaus führte, sodass auch der Verwandtschaftsbesuch ohne ein Betreten der Straße gelang.

Casa Milà – das Wohnhaus mit der natürlichen Klimaanlage

Das bis 1912 erbaute Wohngebäude ist eine Stahlbetonkonstruktion. Mit seinen runden Innenhöfen und einzigartigen Balkongittern besticht es vor allem durch den unglaublich modernen Aufbau: Durch natürliche Belüftungskanäle erschuf Gaudí eine Art Klimaanlage – ideal für das heiße Spanien. Unter dem Haus wurde bereits eine Tiefgarage integriert und auch Aufzüge waren beim Bau bereits vorgesehen – sie wurden jedoch erst später eingebaut. In den einzelnen Apartments lassen sich die Wände zudem individuell verschieben. Die unregelmäßige Fassade zur Straße hin brachte dem Casa Milà damals den Spitznamen „Steinbruch“ ein.

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© Christian Schaller

Casa Batlló – das strahlende Glanzstück Gaudís

Das Gebäude wurde bereits 1877 gebaut, jedoch bis 1906 von Gaudí im Stil des Modernisme umgestaltet. Die Casa ist eine berühmte Sehenswürdigkeit und das auch zurecht: Hier wurde Keramik in großem Maß gestalterisch eingesetzt. In bunten Farben wird hier die Legende um den Heiligen Georg erzählt, der zugleich der Patron ganz Kataloniens ist.

Casa Vicens – das unbekannte Kleinod von Gaudí

Etwas versteckt in Barcelona liegt dieses relativ unbekannte Wohnhaus eines reichen Börsenmaklers. Hier wandte Gaudí alles an, was für seinen Modernisme typisch war: Er verwendete Keramik, nutzte viele verschiedene Farben und Verzierungen und mischte naturalistischen Dekor mit Anleihen aus traditionellen Architekturstilen Spaniens, darunter auch arabische Elemente. Im Inneren wurden einige Räume wirkungsvoll mit tropfsteinhöhlenähnlichen Gewölben versehen, aber auch viele florale Muster und gemalte Vögel zieren die edlen Räumlichkeiten.

Literatur

Allemann, Fritz René / Bahder, Xenia von: Katalonien und Andorra. Köln 1986.

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